Gesetzlich oder privat versichert? Das ändert die Gesundheitsreform ab 2027
Aktualisiert: 5. Okt.
Die gesetzliche Krankenversicherung steht vor spürbaren Veränderungen. Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, das im Juli 2026 Bundestag und Bundesrat passiert hat, treten ab 2027 mehrere Einschnitte in Kraft.
Die Versicherungspflichtgrenze, ab der ein Wechsel in die private Krankenversicherung möglich wird, steigt 2027 kräftig: Laut Referentenentwurf der Rechengrößenverordnung auf 84.150 Euro brutto im Jahr, gegenüber 77.400 Euro im Jahr 2026. Der Sprung von 8,7 Prozent setzt sich aus der regulären Anpassung an die Lohn- und Gehaltsentwicklung sowie einer außerordentlichen Erhöhung um 3.600 Euro zusammen. Bundeskabinett und Bundesrat müssen der Verordnung noch zustimmen (Stand: Oktober 2026).
Wer bereits privat versichert ist, muss sich keine Sorgen machen: Für bestehende PKV-Verträge ist ein Bestandsschutz vorgesehen, die bisherige Versicherungspflichtgrenze bleibt für diese Angestellten maßgeblich.
Auch die Beitragsbemessungsgrenze der GKV steigt 2027 außerordentlich stark: von 69.750 Euro auf 76.500 Euro im Jahr, also von 5.812,50 Euro auf 6.375 Euro im Monat (laut Referentenentwurf). Für gutverdienende Angestellte bedeutet das spürbar höhere gesetzliche Krankenversicherungsbeiträge.
Gleichzeitig kommen Leistungskürzungen: Zuzahlungen für Medikamente und Krankenhausaufenthalte steigen, und der Festzuschuss für Zahnersatz sinkt von 60 auf 50 Prozent.
Ab 2028 wird zudem die beitragsfreie Mitversicherung von Familienangehörigen eingeschränkt.
In der Summe heißt das für gesetzlich Versicherte: höhere Zuzahlungen, weniger Leistungen und bei hohem Einkommen zusätzlich steigende Beiträge. Wer ohnehin über einen Wechsel nachdenkt, sollte diese Entwicklung in seine Rechnung einbeziehen. Ob sich ein Wechsel tatsächlich lohnt, hängt aber immer vom Einzelfall ab, etwa von Alter, Gesundheitszustand und Familienplanung.
Gerne rechne ich Ihnen unverbindlich vor, wie sich Ihre persönliche Situation durch die Reform verändert.

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